Bundesland:

Mecklenburg / Vorpommern

 

Landesteil:

Vorpommern

 

Erste urkundliche

Erwähnung:

1248

 

Gemeinde:

Ortsteil der Universitäts - und Hansestadt Greifswald 

 

Geodaten:

 54° 6′ 3″ N, 13° 26′ 25″ O

 

höchste Erhebung:

Silberberg 4,3m über nN

 

Fläche:

5,44 km²

 

Einwohner:

684 (31.12.2013)

 

Postleitzahl:

17493

 

Nachbarorte:

Im Osten: Wieck

Im Norden: Gemeinde Neuenkirchen, OT. Wampen

Im Süden: Eldena und Greifswald / Ostseeviertel

Im Westen: Greifswald

 

Lage

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Der „Garten Abendsonne“

„Die alte Frau war eigentlich jeden Tag da. Sie saß immer  auf ihrer Bank in der Sonne und um sie herum waren lauter Katzen. Wir Kinder waren fasziniert von ihr. Ja, sie gehörte für mich zu Ladebow dazu, zu den Gärten hier.“ (Caroline Bader)

„Wir hatten einen sehr schönen Garten - auf der Seite nach Greifswald Rasen und Sträucher, auf der Seite nach Wieck Rasen und daneben ein großer Gemüsegarten. In meiner  Erinnerung war es für uns Kinder -  ich hatte damals 3 Geschwister -   ein Paradies.“ (Prof. Gerhard Holland, Sohn eines Sanitätsoffiziers des Fliegerhorstes, er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Ladebow)

Das hier ausgestellte Kunstwerk „Gärtner und Gärtnerin mit Katze“ schuf der Stralsunder Holzbildhauer Raik Vicent  2019 nach einer Idee von Ladebower Bürgern für den Ortsteil Ladebow. Es stellt ein älteres Gärtnerpaar mit Katze dar, das sich gerade zufrieden von getaner Arbeit ausruht.

Das kleine Gartenstück, auf dem die Skulpturenbank steht, wurde von einer Ladebower Familie über zwei Generationen fast 80 Jahre lang bewirtschaftet und gepflegt. Zuletzt sah man eine ältere Frau mit ihren Katzen in dem Garten sitzen. Danach „verwilderte“ er zu einem Dickicht. 2019 wurde dieses zur Abendzeit sonnenverwöhnte Gartenstück wieder neu angelegt und allen Anwohnern und Besuchern des Ortsteils zugänglich gemacht.

„Mit unserem Projekt wollen wir weitere Akteure anregen, die Idee aufzugreifen und in der Flugplatzsiedlung mehr Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen. Gleichzeitig wollen wir die heutigen Gartennutzer dazu ermuntern, ihre Gärten schön anzulegen und zu erhalten, um die Lebensqualität im Ort weiter zu erhöhen.“ (Heino Förste, Mitglied der Ortsteilvertretung) 

Das Gärtnern hat eine lange Tradition in Ladebow. Seit mehr als 770 Jahren bewohnen und bewirtschaften Menschen das Land hier zwischen Ryck, Moor und Bodden. Viele Jahrhunderte lang erfolgte eine landwirtschaftliche Nutzung durch Ackerwirtschaft, Weidenutzung und Gartenbau. Erstmals erwähnt wurde Ladebow, ursprünglich lathebo, bereits im Jahr 1248 im Zusammenhang mit dem Kloster Hilda in Eldena als Klostergut und war auch lange Zeit in dessen Besitz, bis die Universität dieses Landwirtschaftsgut im Jahre 1634 übernahm. Ab 1929 entstand ein Sportflugplatz. Im Nationalsozialismus wurde das Gut Ladebow dann 1933/1934 zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe mit einer Wohnsiedlung ausgebaut. Dies erfolgte im Heimatschutzstil mit Elementen des neuen Bauens (Bauhaus) und des „Gartenstadt“–Modells (siehe Info-Box).

Die Idee  bestand darin, dass Häuser und Gärten fest zusammengehören sollten. Der Komfort einer städtischen Siedlung wurde mit den Vorzügen einer großzügigen Hausgartenanlage verbunden. Eine wichtige Rolle bei der Planung und Anlage der Siedlung spielte auch die in den 1920- und 1930er Jahren angestrebte Selbstversorgung, um die seinerzeit schlechte Versorgungslage der Bevölkerung mit landwirtschaftlichen Produkten auszugleichen. Diese Grundstruktur ist bis heute erhalten geblieben und das Ensemble ist mittlerweile denkmalgeschützt.

Ladebow ist als Wohnort sehr beliebt und mit den Jahren gewachsen. Neue Wohngebiete entstanden nördlich und westlich der ehemaligen Flugplatzsiedlung. Viele der heutigen Bewohner haben einen der kleinen Gärten gepachtet. Dank ihrer Gärten und ihrer Lage in der Natur hat die ehemalige Flugplatzsiedlung ihren ländlichen und natürlichen Charakter behalten. In unmittelbarer Nähe befinden sich unter anderem die Dänische Wiek, der Ryck, das Ladebower Loch, das Ladebower Moor und die Salzwiese Ladebow.

Dieses Projekt wurde mit großzügigen Spenden und Mitteln aus dem Budget der Ortsteilvertretung Wieck und Ladebow realisiert:

- Sparkasse Vorpommern

- WVG / DLG Greifswald

- Hafen - und Lagergesellschaft Greifswald

- Universitäts - und Hansestadt Greifswald (OTV Budget, Grundstück)

- Lions-Club Greifswald

Die Pflege des städtischen Grundstücks erfolgt über eine private Grünflächenpatenschaft in Zusammenarbeit mit der DLG.

Liebe Einwohner und Gäste, achten Sie bitte darauf, dass die Skulpturenbank nicht beschädigt oder beschmutzt wird. Bitte nicht auf die Skulpturen klettern. Das Rauchen und der Umgang mit offenem Feuer sind nicht erlaubt. Vielen Dank.


 

Die Gartenstadt

Die Gartenstadt ist ein ursprünglich 1889 in England entworfenes Modell der planmäßigen Stadtentwicklung. Die Idee der Gartenstadt besagt, dass das Wohneigentum in diesen alternativen Siedlungen mit Selbstversorgergärten kombiniert wird. Ziel der Gartenstadt war die Autonomie und Autarkie der einfachen Menschen in ihren Grundbedürfnissen des Wohnens und in eigener Grundversorgung an Nahrung. Mit der Gartenstadt wurden teilweise auch sozialreformerische Ideen, wie geringe Mieten und ein Mitbestimmungsrecht der Bewohner, verbunden. In Deutschland, wo bereits seit Mitte des 19. Jh. ähnliche Ideen entwickelt wurden, sind im 20. Jh. zahlreiche Gartenstädte oder Siedlungen nach Elementen der Gartenstadt entstanden. Die Ehemalige Flugplatzsiedlung Ladebow ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Beispiel dafür, ebenfalls die Siedlung Rerik West auf der Halbinsel Wustrow.

Quelle: Wikipedia / Christina Lechtape / Heino Förste